Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann;
gib mir den Mut, Dinge zu ändern,
die ich zu ändern vermag,
und gib mir die Weisheit,
das eine vom andern zu unterscheiden.

Rainer Maria Rilke

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Mittwoch, 21. September 2011

Früh aufgestanden und fast keinen Schuh anbekommen. Der Nagel ist total entzündet und der ganze Zeh ist blau. Trotzdem über 15 Kilometer gelaufen. Die Herberge in Puente war voll mit lauter Buspilgern. Glaube kaum, dass ich diesen Weg weitergehen kann. Habe einen Bus erwischt zurück nach Pamplona und war um 6 schon wieder in der Herberge. Nun geh ich erst mal essen und dann überlege ich wie es weitergeht. Morgen um 11,00 Uhr geht an Zug an die Küste. Evtl. fahre ich nach San Sebastian oder Irun und bleibe übers Wochenende am Atlantik bevor ich am Wochenanfang zurückfahre. Aber da muss ich erst noch die Preise checken.

Dienstag, 20. September 2011

Pamplona Sun


Heute morgen keine Wolke am Himmel. Es ist kalt. Das Thermometer zeigt gerade mal 8 Grad.
Um 5.45 Uhr kommt der Deutsche Herbergsvater ins Zimmer und wir werden mit einem Deutschen " Guten Morgen " geweckt. Ich weiß nicht warum so früh, es wird erst in zwei Stunden hell. Auch hat keiner Lust aufzustehen, obwohl es im ganzen Haus schon nach Kaffee riecht. Dem Bayern erkläre ich gleich mal, das er der größte Schnarcher aller Zeiten ist, obwohl er gestern noch über die Schnarcher geschimpft hat. Er hat natürlich nichts zum Essen gehabt und seine Bananen hat er auch nicht bekommen. Ich sag nur kurz, wer in Pamplona keine Bananen kaufen kann, der wird auch nicht in Santiago ankommen. Das Frühstück für 2 Euro ist wirklich gut. Toast, Butter, Marmelade, Käse alles vom feinsten. Kaffee, Tee oder Kakao, was will man mehr. Ich frühstücke auch, weil ich heute in Pamplona bleibe und ich noch nicht weiß, wie ich die Zeit bis evtl. 10.oo Uhr überbrücke. Der Herbergsvater der den Kaffee serviert hat, hat natürlich jede Menge Anleitungen und Tipps für die Pilger und weiß natürlich über alles Bescheid. Da er aber über die Musik aus Galizien nichts weiß und auch noch nie einen Dudelsack in Santiago gehört hat, zweifele ich, ob der je in Santiago war. Seine Frau die im Wohnmobil schläft und nun auch erscheint, ist jedenfalls noch keinen Meter gepilgert. Dafür kann sie die Waschmaschine bedienen.  Ich mache mich auch bald aus dem Staub und in einem kleinen Cafe neben der Stierkampfarena genieße ich den Morgen. Bei einer Stadtbesichtigung treffe ich dann auch den einen oder anderen. Die Familie aus Australien ( Oma, Opa, Sohn, Tochter, Schwiegersohn und Enkelkinder sind auch schon da und beenden hier ihren Camino. Sie gehen von hier aus für zwei Wochen nach San Sebastian. Ich sitze zwei Stunden in der Stadt bei einem wunderbaren Rotwein und genieße den Anblick der unendlichen Pilgerschar. Jetzt mache ich erst mal Siesta.
http://www.hotelpamplonaplaza.com/

Da bin ich jetzt abgestiegen, klingt teuer ist aber sehr preiswert.

Montag, 19. September 2011

Pamplona im Regen

Nach der mit lauter Musik erfüllten Nacht. Ging immerhin bis 3 Uhr morgens dann noch sehr gut geschlafen. Hatte ja ein Zimmer für mich alleine. Um 8 aufgestanden und nach Pamplona marschiert. Das war nicht einfach, da sich bei mir zwei Zehennägel ablösen und ich hoffe, dass es keine Entzündung gibt. Da ich unbedingt in die Herberge Casa Paderborn wollte, bin ich auch gleich hin und es waren erst 4 Personen da.







Casa Paderborn ist eine der besten Herbergen auf dem Jakobsweg( so sagt man ) Deutsche Gründlichkeit und Reinlichkeit. Kleine Räume und genug sanitäre Anlagen nur 28 Plätze und DEUTSCHE Hospitalieros aus Paderborn. Empfangen mit Orangensaft und Kekse und jede Menge Ratschläge. Allerdings frage ich mich, was besser ist: saloppe spanische Herbergen, bei denen alles nicht so genau genommen wird, oder diese allesbesserwissenden und korrekten Herbergseltern die einem sogar noch erklären, wie man am besten das Klopapier faltet. Allerdings ist das 4BettZimmer spitze. Natürlich sind die drei anderen Pilger auch Deutsche und zwei davon könnt ich gleich fressen. Das erste Mal auf dem Camino, aber sie wissen alles. Sie haben die beste Ausrüstung und nur Markenklamotten. Falke Socken für 39 Euro, da können meine Treckingsocken aus dem Penny für 3,99 leicht mithalten. Die Funktionskleidung ist natürlich aus dem Outdoorladen und das Unterhemd hat 46,00 Euro gekostet. Das (fast) gleiche habe ich aus dem Penny für 5,99 Euro. Beide sind Bayern der eine 39 Jahre und geht noch. Der andere ist in meinem Alter, aber zu blöde sich ein paar Bananen zu kaufen. Beschwert sich die ganze Zeit, dass er im letzten Ort nichts zu essen bekommen hat und auch nichts einkaufen konnte. (Ich frag mich wo der lang gegangen ist) Jetzt ist er in die Stadt zum Essen und Einkaufen gegangen. Nach einer stunde war er wieder zurück und hat keinen Laden gefunden. Er war in der Altstadt und hat einen Supermarkt gesucht? Außerdem hat er nichts zu essen gefunden nur Kneipen in denen das Essen auf der Theke stand (Tapas) und das wollte er nicht. Wer weiß denn schon wie lange das da schon steht. Jetzt hat er mir noch einen kleinen Vortrag gehalten über Markenschuhe. Er trägt Meindl für 200 Euro. Er hat aber schon Blasen an den Füssen. Ein großen Teil seiner Ausrüstung hat er übers Internet bestellt. Ein Anbieter der sich auf Pilger spezialisiert hat. Sein Handtuch aus Mikrofaser hat 12 Euro gekostet und ist nicht anderes als ein 4-mal zerschnittenes Spannbetttuch aus Mikrofaser. Diese kosten beim Aldi 5,99.
Ich habe mir vor zwei Jahren so ein Laken gekauft und daraus ein Handtuch gemacht. Jetzt gehe ich lieber noch ein wenig spazieren. Bevor ich mich noch mehr aufrege. Hoffentlich wird das Wetter morgen besser.


Freitag, 16. April 2010

Von Pamplona nach Puente la Reina

Hurra die ersten 25 Kilometer geschafft. Wenn auch ganz mühsam.   Aber noch zu gestern Abend.
Kurz nach Mitternacht komme ich in Hendaye an, dem französischen Grenzort. Natürlich fährt kein Zug mehr nach Irun. Der nächste Zug geht erst um 07.00 Uhr. Der Ort ist klein und es gibt nur 3 Hotels, die sind alle besetzt. Ein Pilger aus England will im Bahnhof übernachten, was aber nicht möglich ist, da die Türen bereits geschlossen sind. 
Ich mache mich auf den Weg nach Irun, dort gibt es eine Menge Hotels, die auch um diese Zeit noch Schlafmöglichkeiten haben. Nach 3 km finde ich ein Hotel. Etwas teurer als ich gedacht hatte. Aber was soll´s?? 
Gut geschlafen, geduscht und 20 Minuten zum Bahnhof gepilgert. Dort treffe ich den Engländer wieder. Er war begeistert Die Franzosen hatten ihm erlaubt in einem Zug zu übernachten. Da hätte ich mir das Geld fürs Hotel sparen können. Aber wie gesagt, was soll’s??
Wie in Spanien üblich werde ich ordentlich gefilzt und der Rucksack wird sogar geröntgt. Nachdem mein Rucksack in der Röntgenanlage verschwunden ist, beginnt ein wildes Gestikulieren der Polizeibeamtin. Ich verstehe allerdings kein Wort. Ein Mitreisender meint, dass es wohl um ein Messer geht. Als der Rucksack auf der anderen Seite der Anlage wieder erscheint, nehme ich gleich das Messer heraus und gebe es der Uniformierten. Sie klappt es auf und legt es auf ihre Handfläche. Dabei meint sie, sie müsse das Messer beschlagnahmen, da die Klinge größer ist, als die Breite ihrer Handfläche. Das ist in Spanien Gesetz erklärt sie mir in englisch.
Jetzt erscheint sogar ihr Chef und fragt mich, ob ich auf den Camino gehe. Er sagt auch noch mal, dass das Gesetz in Spanien sehr streng sei, was die Mitnahme von Messern angeht. Dann ruft er einen Putzmann, mit Händen wie Kehrschaufeln, der gerade im Wartesaal den Boden wischt. Der Beamte legt dem Hünen dann das Messer auf die Hand, lächelt kurz und gibt mir das Messer zurück mit der Bemerkung:
"Bon Camino"
 
Pünktlich um 10.00 Uhr komme ich in Pamplona an und begebe mich auch gleich auf den Weg zum Jakobsweg. Ich weiß, dass der Camino genau durch das Universitätsgelände verläuft. Den Umweg durch die Stadt will ich mir ersparen und laufe gleich in Richtung Universität wo ich die ersten Wegekennzeichen finde. Von jetzt aus immer Richtung Westen. Was mag mich wohl erwarten? Aber darüber will ich mir jetzt erst mal keine Gedanken machen. Mich erwartet heute erst einmal eine schwere Etappe, in der es gleich mal steil nach oben geht. Von 400 Meter auf über 800 Meter, auf den Puerto del Perdon. Oben angekommen bin ich schon ganz schön fertig und mein Wasser ist auch fast aufgebraucht, obwohl ich über 1 Liter dabei hatte. Jakob sei Dank steht hier oben auf dem Berg ein Renault Kastenwagen, den sein Besitzer zu einer Bar umfunktioniert hat. Scheinbar will der Barbesitzer gerade schließen, ich bekomme noch ein Wasser und eine Cola, dann ist er auch schon verschwunden. Richtig heiß ist es jetzt auch noch, obwohl es lt. Wetterbericht in ganz Spanien regnen sollte. Nach 25 Kilometer habe ich dann mein Ziel erreicht. Gleich am Ortseingang finde ich die Städtische Herberge. Die meisten der 150 betten sind schon belegt. Viele Jugendliche, ich kann mir kaum vorstellen, dass die den Camino laufen. Ich gehe noch kurz ins Dorf, kaufe eine Flasche Bier, Wasser, etwas Käse und Brot und jetzt lasse ich den Tag ausklingen. 
Aber wie das so ist. In der Herberge beginnt ein Koch- und Esswettbewerb. Eine Gruppe Franzosen muss ich noch erwähnen. 3 Radfahrer ca. 17 Jahre alt und dazu 8 Begleitpersonen alle älter als 60 sind und dazu noch 2 Frauen, die wohl für die Verpflegung zuständig sind. Jedenfalls haben die den Tisch gedeckt. Während ich mich noch so meine Gedanken über diese Gruppe mache, geht einer der älteren Herren an den Lieferwagen und kommt mit 3 Flaschen Schnaps (Literflaschen) zurück. 1 Liter Rum, 1 Liter Whiskey und 1 Liter Pernod. Außerdem ein Paket Erdnüsse - mindestens 2 Kilogramm, dazu noch etwas Brot. Später essen sie noch den übriggebliebenen Salat der amerikanischen Jugendgruppe.

Freitag, 5. Februar 2010

Hinfahrt nach Pamplona ist gebucht.

Eigentlich könnte es morgen schon losgehen. Aber noch sind es über 2 Monate.
Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Für alle die auch planen „den Jakobsweg“ zu gehen, oder auch nur ein Teil davon, können meine Aufzeichnungen vielleicht nützlich sein.

Ich bin froh, dass ich im letzten Jahr schon ein Stück des Weges gegangen bin, so ist es für mich nicht mehr ganz so aufregend. Trotzdem ist es noch spannend genug. Immerhin will ich ja über 700 Kilometer pilgern.

Wie im vorigen Jahr habe ich die Zuganreise gewählt, weil ich es einfacher finde und es auch billiger ist.
Da ich in Freiburg wohne, beginne ich am 15.4. 2010 meine Hinreise um 11.15 Uhr in Strassburg und bin schon um 13.34 Uhr in der französischen Hauptstadt. Und das für 19 Euro.
Dann habe ich bis 23.00 Uhr Zeit noch etwas zu unternehmen. Der Nachtzug nach Irun fährt um 23.10 ab Bahnhof Austerlitz. Bis Irun kostet die Fahrt 17 Euro. Die Buchung der Fahrkarten war auch ziemlich einfach auf „tgv-europe.de“

In Irun werde ich um 7.36 Uhr eintreffen. Von dort nehme ich den Zug um 8.00 Uhr nach Pamplona. Sollte ich das Ticket nicht im Internet buchen können, werde ich den Bus nehmen. Der geht auch um 8.00 Uhr ab Irun.

Internetticket oder Bus würden nicht ganz 9 Euro kosten. Die normale Zugfahrkarte kostet dagegen fast 28 Euro.

Schaut Euch das Video mal an. Eines er schönsten Videos über den Camino.

Samstag, 30. Januar 2010

Mein Weg 2010


Meine Planung hat bereits begonnen und ab heute werde ich wieder mein Blog führen.
Ich werde über meine Vorbereitungen und dann natürlich über meinen Pilgerweg berichten.
Los geht’s am 15.4.2010 nach Pamplona um dann von dort die 700 KM nach Santiago zu pilgern.
Fahrkarte habe ich bereits in den Händen und diesmal fahre ich viel billiger als im letzten Jahr. Von Strassburg nach Paris für 19 Euro und dann von Paris nach Irun für 17 Euro, komfortabel mit TGV. Von Irun fahre ich dann bis Pamplona für 9 Euro entweder mit dem Bus oder Zug. Leider kann man den Zug heute noch nicht buchen. ( Jedenfalls nicht im Internet) Aber ich habe ja noch Zeit.

Bis dann.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Bin in Pamplona Stiere treiben.

Jetzt bin ich nach 12 Stunden in Pamplona angekommen. Zugfahrt war immer wieder unterbrochen. Warum?????

Jetzt schau ich mir die Stadt an und geh essen.

Wenn ich die ganzen Pilger sehe , die hier jetzt auf dem Weg nach Santiago sind schwillen mir die Fuesse.

Gruss

Mittwoch, 6. Mai 2009

Jede Reise geht ein mal zu Ende

Grad hab ich auf der Plaza das Lied von Nana Mouskouri gehört Blue Bayou. Darin die Textzeile:

Ich will heim zu dir.

So gehts mir grade.
Morgen beginnt die Rueckreise, und fuer alle die meinen Blog gelesen haben und mehr wissen wollen. Ab sonntag bin ich erreichbar ( wenn alles gut läuft )
Daheim oder in Nimburg.
Dann löse ich auch das Bilderrätsel auf.

Üeber Kommentare ( auch negative ) freue ich mich ganz besonders.

Hy Krankenschwester die Bewerbungsgespraeche hast du nur dir zu verdanken. Das ist " DEINE ART ". Und darum mag dich auch jeder.

Sie werden dich da nehmen, wo du hinwillst !!!!!

Gruesse fuer heute an alle.